Plagiate, mehr Schein als Sein

Ich habe mal eine Rolex im Urlaub gekauft und mir war bewusst, dass es sich um ein Plagiat handelte. In meinen Urlauben treffe ich immer wieder auf Plagiate und beobachte das Treiben ganz gerne. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht über meine Erlebnisse mit Plagiaten.

Das Hotel Saturnia auf der Via Marzo in Venedig befindet sich ungefähr 300 Meter vom Cafe Florian entfernt und verfügt über eine Anzahl Zimmer mit Balkon. Für Venedig sehr selten. Schräg gegenüber hat das Geschäft mit den Handtaschen von Prada seinen Sitz. Nach Ladenschluss und in der Dämmerung kommen Schwarzafrikaner mit übergroßen Plastiktaschen, legen vor die Schaufenster des Prada Geschäftes eine Decke aus und präsentieren ihre mitgebrachten Prada-Taschen den durch die Gassen schlendernden Touristen.

Die Taschen sehen den Schaufensterdekorationen sehr ähnlich, zum Verwechseln ähnlich und kosten nicht etwa ab 2000 Euro  aufwärts, wie in der Auslage, sondern nur 40 bis 50 Euro.

Doch was passiert dann

Sobald sich ein Polizist nähert, gibt eine zweite Person ein Zeichen und in Windeseile verwandelt sich der bodennahe Verkaufsraum wieder in griffiges Kopfsteinpflaster. In Italien kann der Käufer von Plagiaten mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro belegt werden. In Deutschland dagegen ist der Kauf und Besitz von Plagiaten straffrei, aber nicht das Handeln damit.

Die Urlaubserfahrung

Wer schon in südlichen Ländern unterwegs war, wird es bestimmt schon gesehen haben, gefälschte Markenware in Geschäften, Rolex-, Heuer- und Omega-Uhren auf Wochenmärkten, daneben Lacoste-, Nike- und Adidas T-Shirts.

Es ist auch nicht verwunderlich, dass in einigen Hotelanlagen die Poollandschaft sich so gestaltet, dass mehr als die Hälfte der badenden Personen plötzlich Burberry Badesachen trägt. Der Badeshort für Männer von Burberry kostet regulär 290€ und ist aus Polyester hergestellt.  Doch unweit der Hotelanlage befindet  sich ein Geschäft, das neben Louis Vuitton Geldbörsen auch Burberry Schals und Badeshorts verkauft, auf jedem zweiten T-Shirt ein gesticktes Krokodil lächelt und nichts teurer ist als zwanzig Euro.

Was den Plagiaten der Markenware in der Regel fehlt, ist eine markengerechte Verpackung. Dass dies auch anders geht, zeigt Ihnen der folgende bebilderte Bericht:

Der Kauf einer Rolexuhr in Sibirien

Das Ihnen anhand eines Bildes gezeigte Plagiat einer Rolex Uhr wurde in Irkutsk gekauft. Die Stadt befindet sich an dem Fluss Angara in Sibirien. Die Uhr wurde in einem Einkaufszentrum und dort in einem Fachgeschäft erworben.

Dass mit Kunstleder überzogene Kästchen für die Uhr besteht aus Holz. Innen befindet sich ein kleines Tuch und ein Kissen, das die Präsentation der Uhr zu einem optischen Highlight werden lässt. Am Armband der Uhr ist das Rolex Siegel angebracht. Ein Aufkleber auf der Rückseite der Uhr verrät die Seriennummer.

Der Uhr ist eine Bedienungsanleitung beigefügt, ein Prospekt der Firma Rolex und, hier der Beweis: Der Verkäufer bestätigte den Verkauf und stempelte den Garantieschein der Uhr ab.

Bei der Automatikuhr handelt es sich um einen Nachbau der Rolex Explorer* mit zwei Zeitzonen (3 Zeiger)

Wer schon einmal eine Rolex Uhr getragen hat, hört das gewisse Geräusch heraus, wenn das Armband dieser Uhr bewegt wird. Es klingt nicht nach einem Stahlarmband. Der Hautschweiß beim Tragen der Uhr sorgt dafür, dass spätestens nach zwei Jahren das Messing unter dem Chrommantel sichtbar wird.

Die Uhr kostete exakt 100 US Dollar.

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