Die besten Orte zum Kitesurfen

Kitesurfen ist ein riesen Spaß für den Sommerurlaub. Dabei geht es aber nicht nur um den Sport an sich, sondern auch um die Lebenseinstellung, die dieser Sport vermittelt. Deswegen surft man nicht einfach an irgendeinem Ort. Nein. Die Orte müssen schon außergewöhnlich sein. Hier stellen wir Euch unsere top fünf Orte zum Kitesurfen vor.

1 – Juist

Wir bleiben zu Beginn in der Heimat, genauer gesagt auf der ostfriesischen Insel Juist. Die Insel ist an sich relativ ruhig. Dies gilt auch fürs Kitesurfen – allerdings nur in der Hinsicht, dass die Insel nicht zu überlaufen ist. Wind ist trotzdem genug da! Dadurch ist Juist der perfekte Ort für Einsteiger in diesen Sport. Von Juli bis August könnt Ihr hier bei durchschnittlich 20 °Celsius und einem kräftigen Wind aufs Board steigen.

In diesem Video wird Euch noch ein „secret Spot“ der Insel vorgestellt:

2 – Rhodos

Leute, die ganz normal Strandurlaub machen, mag der kräftige Wind der Insel vielleicht nicht so gut zu gefallen. Fürs Wind- oder Kitesurfen ist es aber perfekt! Ein geeignetes Fleckchen auf der Insel ist hier der Ort „Kalavarda“. Das tolle an diesem Ort ist, dass er fernab der Tourismuszentren ist. Somit habt Ihr neben tollem Wetter auch noch den authentischen Flair der Insel und Einwohner. Das Wasser ist meistens flach, einen Stehbereich gibt es aber nicht. Bei einer kräftigen Windstärke werden die Wellen circa eineinhalb Meter hoch. Wenn Ihr Euch für diesen Hotspot entscheidet, solltet Ihr Euren Urlaub von Mai bis Ende September planen. Die Monate mit den besten Windbedingungen von 4-6 Bft. sind der Juli und August.

So könnte Euer Kitesurfing-Urlaub in Rhodos aussehen:

3 – Gardasee

Fast 1.800 km nordwestlich von Rhodos befindet sich ein weiterer Hotspot zum Kitesurfen: der Gardasee. Während sich die Familie mit den kulturellen Schauplätzen der Umgebung beschäftigt, könnt Ihr ganz lässig auf dem 370 km² großen See eine Runde drehen. Auch wenn es „nur“ ein See ist, hat dieser Ort seinen ganz speziellen Flair: die Berge. Ringsherum umgeben von Bergen macht das Kitesurfen bei sehr sommerlichen Temperaturen  natürlich besonders viel Spaß. Achtung: Kiteanfänger sollten hier vielleicht nicht starten. Denn es kann des Öfteren mal passieren, dass der Wind plötzlich aussetzt. Zudem sollten Langschläfer hier lieber nicht hinfahren. Die besten Windbedingungen sind nämlich am Morgen.

4 – Kapstadt

Ihr wollt raus aus Europa? Können wir verstehen! Ein anderer toller Ort zum Kitesurfen ist in Afrika, genauer gesagt in Kapstadt. Während zu Hause noch Winter herrscht, könnt Ihr hier bei warmen Temperaturen surfen. Wenn Ihr rechtzeitig und außerhalb irgendwelcher Ferien bucht, wird dieser Trip damit auch noch super günstig! Die Windbedingungen sind hier optimal, da der Wind ziemlich verlässlich ist. Wenn er aber dann doch mal für ein oder zwei Tage aussetzt, kann man sich ja immer noch die schöne Umgebung anschauen. Als Strand empfehlen wir Euch den Sunset Beach. Hier bläst der stärkste Wind in der Region. Passt deswegen auf, dass Ihr nicht bei zu starkem Wind aufs Meer geht!

Klickt hier und lasst Euch von dem starken Wind beeindrucken:

5 – Langebaan

Wir bleiben in Südafrika! Wenn Euch Kapstadt ein wenig zu windig ist, bietet Langebaan eine gute Alternative. Hier findet Ihr neben tollen Windbedingungen auch eine paradiesische Aussicht. Und auch der Nervenkitzel kommt nicht zu kurz. Denn der beste Ort zum Kitesurfen ist hier die Shark Bay. Trotzdem müsst Ihr Euch keine Sorgen machen, aufgefressen zu werden. Das Wasser ist relativ flach und somit perfekt für den leichten Aufstieg aufs Brett.

Hier seht Ihr wie in der Shark Bay gesurft wurde:

Na, haben wir Euer Interesse geweckt? Dann fehlt ja nur noch eine passende Ferienwohnung! Diese könnt Ihr übrigens ganz einfach auf Surf-Fewo buchen. Lasst uns in den Kommentaren wissen, für welchen Kitespot Ihr Euch entschieden habt!

Bildquelle: Pixabay - User: inmemo

 

Das Schloss von Sissi | Achilleion auf Korfu

Am Sonntagabend wurde der Akku der Kamera an die Ladestation gehängt, genauso wie das Mobiltelefon. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Im letzten Jahr haben wir das Mobiltelefon als Navigationsgerät benutzt und zwischen Florenz und einem Ort, dessen Namen ich nicht mehr kenne, ging der Akku zur Neige. Zum Glück hatte ich das Aufladekabel dabei. Wir gingen in eine Taverne und bestellten uns einen Cappuccino verbunden mit der Frage, ob ich das Telefon dort aufladen könnte. Der Cappuccino kam und schmeckte nach Spülwasser. Gut, für den etwas anderen Geschmack bestellte ich noch einen Donut. Aber auch der schien die Zeit nur deshalb überlebt zu haben, weil er sich offensichtlich in einer Tiefkühltruhe befunden haben musste, denn im Inneren wimmelte es von Eiskristallen. Nach 30 Minuten bestellte ich mir noch einen Cappuccino, nach 45 Minuten war der Akku zu fünfzig Prozent geladen, das musste reichen, denn mein Magen fuhr zu dieser Zeit schon Achterbahn.

Alles das sollte uns heute nicht passieren. Das Frühstücksbuffet war gegen 07.00 Uhr schon vollständig aufgebaut, nur die Außenbereiche befanden sich noch im Stadium der Säuberung und konnten daher nicht aufgesucht werden. An diesem Morgen kam auch nur altbekanntes in den Magen, neben Kaffee und Orangensaft, Rührei mit Schinken und Wurst, Croissants mit Erdbeermarmelade; das kennt mein Magen nur zu gut. Dagegen hat er noch nie rebelliert.

Pünktlich um 8.10 Uhr hielt der Bus an der Rezeption, um uns abzuholen. Wir waren eine recht kleine Gruppe, ca. 16 Personen und danach war auch der Bus dimensioniert, ein kleiner, aber innen feiner Mercedes Reisebus. An vielen Straßenkreuzungen konnte man das Wort Achilleion schon lesen, bis der Busfahrer plötzlich vom Weg abbog und in eine andere Richtung fuhr. Was soll ich dazu sagen, wir bogen also vom richtigen Weg ab, der Bus quälte sich minutenlang einen kleinen Weg hinauf und nach gefühlten zehn Minuten hielt er vor einer anderen Hotelanlage an, um zwei Damen, die keinen Schritt schneller gingen, als sie den Bus sahen, ebenfalls abzuholen. Kennen Sie den Gesichtsausdruck? Haben wir ja gebucht, aber keine rechte Lust, ja dann wollen wir mal notgedrungen, die anderen warten schon. Am liebsten hätte ich jetzt ein Lasso genommen, die beiden Damen an die nächstgelegene Laterne angeseilt und ihnen nachgerufen –Jetzt braucht ihr auch nicht mehr mitzukommen, denn ihr seid ja gefesselt, das erleichtert die Entscheidung doch ungemein, oder?

Gegen 9.15 Uhr erreicht der Bus mit uns das angestrebte Ziel.

Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 8 Euro. Da steht es also in schmuckem Weiß; von unten betrachtet wirkt es nicht sehr groß. In nur 2 Jahren Bauzeit errichtet, von Sissi dreimal besucht, anschließend von Kaiser Wilhelm dem Zweiten gekauft, dann als Lazarett benutzt bis es zu einem Casino wurde. Dann kaufte es der griechische Staat, ließ es verwahrlosen und dann erst erkannte man den wahren Schatz, es wurde restauriert und zu einem Museum umgestaltet, auf dessen Parkplätzen sich die Pkw´s reihen und Busse Karawanen bilden, Tag für Tag. Vor dem Eingang rechts befindet sich eine große Statue von Sissi. Ich nehme wohl an lebensgroß.

Wenn man das Achilleion betritt, befindet man in einem großen und hohen Saal, der von einer großen Freitreppe beherrscht wird.

Die Decke ist sehr farbenfroh bemalt, hier ein Teil davon, der mir besonders gefiel.

Der Kaminuhr links mit Emaille Zifferblatt fehlen die Zeiger. Ist hier die Zeit stehen geblieben, oder vielleicht angehalten worden? Der erste Raum auf der rechten Seite ist eine Kapelle mit einem Marienbild, echt, unecht, Reproduktion kann ich selbst mit Kamerazoom nicht erkennen. Sie entsteigt dem Wasser und hat daher keine Beine, so erklärt es uns der Reiseführer, der krampfhaft versucht, die Gruppe beieinander zu halten. Sie heißt deshalb Maria del Mare.

Der zweite Raum, links der kleinen Kapelle ist Sissi gewidmet, eine Menge Portraits hängen dort von ihr an der Wand, eines als 17-jährige,

dann als, da muss ich raten als 25-28 jährige und eines mit  58 Jahren, das versicherte uns der Reiseleiter. Nach dem Tod ihres Sohnes trug sie nur noch schwarz.

Auch ist dort eine Kopie der Heiratsanzeige ausgehängt und ein Bild der Verhaftung ihres Mörders. Das Bild zeige ich nicht.

Der dritte Raum dieser unteren Etage steht ganz im Zeichen Wilhelm des Zweiten. Fahne, Nachbildung seines Schiffes und die Waschkrüge, die ihm zugeschrieben werden und allerlei anderer Utensilien.

Ein Engelsportrait in seiner Waschschüssel.

Aber wir sind ja eigentlich wegen Sissi hier. In der ersten Etage kann man den Kleiderschrank von Sissi bewundern

Natürlich auch ihr Bett, ich finde es recht schmucklos, außerdem fehlt am Fußende ein Teil

Repliken ihres Schmucks, die Originale befinden sich in einem Museum in Wien.

Auch eine schöne chinesische Bodenvase schmückt den Raum.

Und da ich ein Freund der Ansichten bin, die sich nicht alltäglich ergeben, fiel mit doch glatt der Hintern der Putte im alten Spiegel auf.

Der Garten ist wunderschön angelegt, sehr schattig, dort steht auch die aus Carrara-Marmor gehauene Badewanne von Sissi, so der Reiseleiter.

Griechische Gottheiten, zu Statuen umgearbeitet, befinden sich in braver Reihenfolge im Innenhof. Selbst die Musen und Lea mit dem Schwan dürfen nicht fehlen. Da dem Schwan der Schnabel fehlt, habe ich diese Ansicht gewählt.

Zwei Olympioniken säumen die Treppe, davon nur einer im Bild.

Das absolute Highlight des Gartens ist zweifelsohne der von Schmerz geplagte Achilles, dem Lieblingsgott von Sissi und gleichzeitig Namensgeber für das Achilleion (eine Schreibweise ohne –  i – ist auch möglich. Mit schmerzerfülltem Gesicht versucht er sich den Pfeil aus der Ferse herauszuziehen. Bei näherer Betrachtung erscheint mir der Pfeil allerdings ein wenig zu kurz zu sein.  Ist er etwa abgebrochen?

Die Statue ist das Werk des deutschen Bildhauers Ernst Gustav Herter.

Hier noch einmal eine Ansicht vom Schloss aus auf das Wasser.

Ich bin der Überzeugung, dass der Besuch des Achilleion, wenn man mal auf Korfu Urlaub macht, ein echtes Muss ist.

Auch diese Wandmalerei kann entzücken, oder?

Na gut, die Souvenirläden in der näheren Umgebung vermarkten das Thema Sissi aufs Gewaltigste. Da trifft Kitsch auf Geschmacklosigkeit. Aber das ist doch überall so, seien wir doch ehrlich, den Papst gibt es ja auch schon winkend und solarbetrieben.

Sehenswürdigkeiten auf Korfu | Reise-Tagebuch

Aufstehen, Duschen, Morgentoilette, Frühstück, Liegestühle besetzen, Schirm hochkurbeln, Liegestuhl nach der Sonne ausrichten, Schirm nach der Sonne ausrichten, das Ganze wiederholen mehrmals, Cola trinken, Sonnen, Cappuccino trinken, umziehen, Mittagessen, danach wieder eincremen, sonnen, schwitzen, Duschen, 16.45 Uhr. Das Highlight des Tages naht. Besuch einer Kapelle auf einem Berg. Natürlich mit der Seilbahn zum Strand. IMG-20150817-WA0007Wir wohnen etwa noch vierzig Meter höher. Eine kleine Gruppe von ca. 16 Personen beginnt den Aufstieg über einen holprigen Weg, kleine stetige Steigung, an einigen Kurven ein atemberaubender Ausblick auf das stahlblaue Meer. Wir erreichen mit unserem Hotelscout die kleine Kapelle. Niemand weiß, so wird uns versichert, wann sie erbaut wurde, von wem und auch nicht womit genau, obwohl im Mörtel Dachpfannen einer danebenbefindlichen Ruine direkt ins Auge fallen. Durch eine vergitterte, und nur mit einem großen Stein gesicherte Tür, gelange ich ins Innere der Kapelle. Ein weißer billiger Plastikstuhl nebst Tisch sind im Innenraum zuerst zu bestaunen und die hölzerne Decke, lindgrün bemalt mit goldenen Sternen weist große Lücken auf. Was sich als Fotomotiv lohnt sind die Malereien der zwölf Jünger. Bild 2 Tür zu, wieder mit dem Stein versperrt, Abstieg, Seilbahn, Duschen, Abendessen, Unterhaltungsprogramm, Nachtruhe.

Genau für solche Tage, an denen eigentlich  überhaupt nichts passiert, habe ich ein absolutes Highlight im Angebot.

Der Besuch des Banknotenmuseums der Ionischen Bank in Korfu Stadt, Montag und Dienstag geschlossen, zwischen 09.00 und 14.00 Uhr ist es an allen anderen Tagen geöffnet, auch noch zu anderen Zeiten, aber in der von mir genannten Zeitspanne ist es auf jeden Fall offen. Das Museum befindet sich in der jetzigen Filiale der Alpha Bank. IMG-20150817-WA0008 IMG-20150817-WA0009

Das Gebäude wurde nach altem Vorbild komplett renoviert und restauriert. Hier an diesem Ort befand sich die erste Filiale der ionischen Bank auf Korfu. Vorbei an einem frischpolierten Messingschild erreicht man das Museum in der ersten Etage. Eine freundliche alte Dame fragte mich nach meiner Nationalität und händigte mir einen Katalog aus. -Eintrittspreis?-, was kostet das, kein Preisschild zu erkennen. In gutem Englisch erklärte sie mir, dass das Museum über drei Säle verfügt und alle jemals gedruckten Geldscheine Griechenlands hier ausgestellt seien, auch die aus der Besatzungszeit durch Italiener, Deutsche, Engländer und Bulgaren. – Ja-, antwortete sie mir. –Gerne dürfen sie hier fotografieren, aber bitte nicht mit Blitzlicht.

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Das erste und älteste Exponat ist eine Groschenanleihe vom 18.01.1822.

1831 änderte Griechenland seine Währung und nannte sie Phönixe. Erst mit der Gründung des griechischen Königreichs wurde die Drachme als Währungseinheit eingeführt. Im Saal 2 sind Banknoten und Entwürfe der Nationalbank (Ethniki Trapeza), 1901-1928 ausgestellt. Ab 1928 geht das Monopol für die Ausgabe und Regelung an die Bank von Griechenland über. Der Saal 3 umfasst zwei Abteilungen, zum einen die Banknoten Griechenlands von 1928 bis 2002 (Euroeinführung), zum anderen die Banknoten der Besatzungszeit. 

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IMG-20150817-WA0014Der Saal 4 war für mich der Interessanteste. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, die Druckplatten neben den Geldscheinen zu bewundern, die sie gedruckt haben, oder ungeschnittene Geldscheinbögen. 

Wer sich für die Geschichte des griechischen Geldes interessiert, ist hier genau richtig, auch die, die sich in griechischer Mythologie auskennen und die, die Philosophen mit Namen versehen können, denn an Vielfalt der Darstellungen von Gottheiten,  Philosophen und Sagenhelden mangelt es auf griechischen Geldscheinen wirklich nicht.

Am Ausgang der Ausstellung befindet sich eine Vitrine, und wie die Dame mir hoch und heilig versprach, befinden sich in ihr alle letzten Ländergeldscheine aller Eurostaaten, bevor der Euro eingeführt wurde. Ich habe es ihr geglaubt, nicht nur, weil ich in der letzten Reihe Geldscheine einen Tausend D-Mark Schein sah.

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Morgen geht es zu Sissis Schloss Achilleion, mein persönliches Highlight dieser Reise. Dieses Schloss gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Korfu. Bis Morgen dann…

Korfu-Stadt | Mariä Himmelfahrt in Griechenland

IMG-20150816-WA0006Ich muss gestehen, im Urlaub bin ich ein Frühaufsteher. Ich mag es, der Sonne dabei zuzusehen, wie sie täglich mit ihren ersten Strahlen versucht den Nebel zu vernichten, der sich sanft in die Höhe schwingt und diesen Kampf auch gewinnen wird. Aber bis sie ihn gewonnen hat, vergeht Zeit. In diesem Zeitraum wirkt die Landschaft mystisch und so zerbrechlich, als hätte jemand die Farben seines Aquarellkastens einfach in eine Schüssel Wasser zerbröselt und diese auf eine Leinwand gegossen. Im unteren Bereich wirkt alles sehr konkret und gefestigt, dann verschwimmt das Bild immer mehr, das Grau überwiegt, selbst das wird schwächer und ein leichter Rot-Ton kündigt die noch kommende Überlegenheit der Sonne über den Nebel an. Warum sollte man sich hinsetzen und die Schöpfung malen, wenn man sie allmorgendlich sehen kann.

Heute ist der 15. August und wie in vielen Ländern der Erde feiert man heute den Feiertag Mariä Himmelfahrt. Die Rezeptionistin wies uns auch darauf hin, trotzdem beschlossen wir, wie schon einmal zuvor, in den Bus nach Korfu-Stadt zu steigen, um doch einmal alles das zu besichtigen, was der Reiseführer als ausgesprochen sehenswert propagiert. Auf der Hinfahrt bemerkten wir schon, dass der Feiertag hier, trotz Tourismus und Hochsaison, sehr ernst genommen wird. Bis auf einige wenige Bistros waren alle Geschäfte geschlossen. Im Stadtzentrum selbst waren allerdings fast alle Geschäfte geöffnet. Nach einem kurzen Fußmarsch vom Busbahnhof in die Innenstadt erreichten wir das Liston. IMG-20150816-WA0007 Dort reiht sich Cafe an Cafe. Schatten spenden die runden Arkaden, die mit großen Laternen ausgestattet sind, die im abendlichen Treiben bestimmt mit ihrem Schein eine gemütliche Atmosphäre erzeugen.

Aber jetzt ist es 11.30 Uhr am Morgen, die Windstille lässt die gefühlte Temperatur noch höher erscheinen, als sie in Wirklichkeit ist. Wer schon einmal bei Florian in Venedig Kaffee getrunken hat, kann diesem Wandelgang nicht wirklich viel an Sympathie entgegenbringen. Aber wir sind auf Korfu und nicht in Venedig. Circa 250 Meter weiter, die Esplanade zur Rechten, nähere ich mich dem Palast von SS Michael und George. Das Doppel –S- steht für Sankt Michael und Sankt George.

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Besuch eines Palastes

Zur Zeit beherbergt der Palast ein Museum für asiatische Kunst. Links am Palast vorbei, bahnen Sie sich einfach einen Weg durch die Autokarawane, bieten sich herrliche Motive für ihre Kamera.

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Da die vielen Straßencafe´s gerade an der Esplanade zur Mittagszeit völlig überfüllt sind und dadurch auch der Lärmpegel ansteigt, kann ich dazu raten, die Snack- und Kaffeebar Aktaion aufzusuchen, ruhig gelegen, ungefähr 100 Meter rechts von der Touristeninformation, wenn man aus der Altstadt auf die Esplanade sieht, rechts an ihrem Beginn. Dort bietet sich Ihnen eine atemberaubende Aussicht auf die alte Festungsanlage und auf den Hafen und die Preise sind sehr moderat. Ein weiterer Pluspunkt: Hier ist es ruhig.

Um nicht die Mittagsruhe in der Stadt zu verbringen, eigentlich müsste sie Nachmittagsruhe heißen, denn sie beginnt gegen 14.30 Uhr und endet gegen 17.00 Uhr, nehmen wir den Bus gegen 14.30 Uhr Richtung Ermones. Das Schwarzfahren in Bussen hat in Griechenland keine Tradition, denn es ist immer ein Schaffner im Wagen, der jeden einzelnen Fahrgast abkassiert, der keine Dauerkarte besitzt. Der Bus ist sehr gut klimatisiert, die Scheiben schwarz getönt und wie der Fahrer um die manchmal sehr engen Kurven manövriert, hat er reichlich Erfahrung in seinem Beruf gesammelt.  Zurück im Hotel gegen 15.20 Uhr, begeben wir uns zur Kaffee- und Kuchenbar, um das versäumte Mittagessen, nachzuholen wäre das falsche Wort, irgendwie zu kompensieren, wäre schon richtiger. Einige sehr kleine Törtchen und ein Cappuccino müssen das Mittagessen ersetzen. Aber schon in knapp drei Stunden öffnet sich ja schon die Tür zum Saal für das Abendessen.

IMG-20150816-WA0010Den Abend entspannt ausklingen lassen

Auf dem Aushang und dem täglich ausliegendem Informationsblatt, wann, was und wo stattfindet, sieht das Hotel für den heutigen Abend ein Duett vor. Es treten auf eine junge Dame, Mitte zwanzig, mit frech geschlitztem schwarzen Kleid und ein bebrillter Herr, Mitte 50 Jahre geschätzt. Sie verliert nach dem zweiten Lied ihre Nervosität und singt im Sopran wirklich hervorragend und er lässt seine rechte Hand über die Tasten seines Yamaha- Keyboards gleiten, als sei die Schwerkraft aufgehoben. Die linke Hand ist unentwegt mit der Programmierung beschäftigt, um der Klangvielfalt des Instrumentes alles abzugewinnen. Ein wirklich gelungener Abend mit einem Potpourri weltweit bekannter Melodien. Es ist 22.46 Uhr, das Bett ruft.

Der Tag, an dem der Terminkalender keinen Eintrag hatte | Korfu #4

IMG-20150814-WA0002Schlonstag, Schlabbertag oder Müßiggang, egal wie man es zu nennen pflegt, dieser Tag beinhaltete keine Verpflichtung und einen leeren Terminkalender, abgesehen von den Essenzeiten, und auch die müssten eigentlich nicht eingehalten werden, denn auf der Anlage gibt es an vielen Orten immer etwas zu essen, sei es Kuchen und Snacks aus der Coffee-Corner oder Chips zum Bier, manchmal auch Erdnüsse oder die zwei Pralinen zum Cappuccino.

Beginn eines Tages ohne Terminkalender

Nach einem doch ausgiebigen Frühstück begaben wir uns, eingecremt, als würden wir nackt einen Spaziergang durch die Sahara machen, zum Poolbereich. Hey, wohl nicht typisch deutsch, um 9.30 Uhr fast noch freie Wahl an Liegestühlen, sehr ungewöhnlich. Wer dennoch seinen Terminkalender füllen will, kann das natürlich ausgiebig. Um 10.00 Uhr zum Aqua-Boxing in den Pool, um 11.00 Uhr Besichtigung einer Honigfarm, dann Work-Out, oder eine Tennisstunde nehmen, um 15.00 Uhr Erklärung der Fitnessgeräte, um 16.00 Kochkurs-Griechisch, um nur einige der Aktivitäten zu nennen. Als ich um 9.30 Uhr auf meinem Liegestuhl saß, wollte ich von alledem nichts wissen. Die Sonne, der Sonnenschirm und ich, das war, was einzig zählte. Ja, es gibt sie noch, die echten Sonnenanbeter, die sich stundenlang der Sonne aussetzen und deren Rücken beim Abendessen so aussieht, als hätten sie jedem Gast im Laufe des Tages gestattet, ein Spiegelei auf ihnen braten zu dürfen. Ihr Rücken war roter, als der Kreis der untergehenden Sonne. Auch hat sich bei den Gästen das Verhalten am Pool in den letzten Jahren verändert. Es wird nicht mehr der Schatten für sich und seinen Körper gesucht, sondern die richtige Platzierung für das Display des Mobiltelefons, mit dem unentwegt gearbeitet wird, um auch alle Freundschaftsanfragen von Freunden, zeitnah beantworten zu können. Das berühmte Buch am Pool ist ein Auslaufmodell geworden. Nach zwei Stunden habe ich meinen Liegestuhl auch schon wieder geräumt, bei 33 Grad im Schatten und null Wind.

Mittagsessen mit ungebetenen Gästen

Mehr sehenDas Mittagessen nahmen wir, trotz Warnung des Personals, dass am heutigen Tag sehr viele Wespen unterwegs seien, auf der Terrasse ein. Ich habe zwar nach vielen Wespen geschlagen, aber versprochen, keine getötet, nur verscheucht. Die Lage wurde auch dadurch sehr entschärft, dass das Personal die leeren Teller sehr schnell von jedem Tisch abräumte, sodass den Wespen ihre süße Nahrung entzogen wurde. Am Nachmittag bin ich mal mit der Seilbahn zum Strand gefahren und gleich rechts abgebogen in die Felsenlandschaft. Ich meine, dort liegt Kalksandstein, denn die Bruchstellen sind zwar sehr kantenreich, dafür aber sehr glatt. Er bricht in kleinen Platten, wie man es von Schiefer kennt, ist sehr weich und eigentlich sehr bröselig. Natürlich liegen dort auch richtige Felsen herum, die auch schwer mit Hammer und Meißel zu bearbeiten wären. Während ich mit der Kamera nach einem Motiv suchte und immer wieder durch den Sucher sah, musste ich feststellen, dass sich die Landschaft nicht ins Bildformat einpassen lassen will. Da hilft auch keine Panoramakamera weiter. Die Landschaft, grüne Mischwälder, Säulenzypressen, Olivenhaine und die vielen Blühpflanzen am Berg, wollten nicht aus dem Zusammenhang und auch nicht aus dem Zusammenspiel gerissen werden. Mit spärlichen zwei Fotos von einigen Felsen im kristallklaren Wasser verließ ich den Strand und trank einen Cappuccino an der Bar.

Abendessen mit Musik

Es lockte das Abendessen. Eine Aufzählung der kulinarischen Köstlichkeiten des Abends erspare ich mir. Nach dem Abendessen begaben wir uns zur Main-Bar, die tagsüber Poolbar heißt und tranken einen Ouzo. Und plötzlich erschallte aus der Musikbox der alte Gazebo-Song: I like Chopin. Da hatte ich ein Déjà-vu. 1984, als der Song die Charts eroberte, hatten wir zum ersten Mal Griechenland besucht. Reisebus bis Ravenna, dann weiter nach Brindisi, auf die Fähre nach Patras, Großraumschlafsitze, von dort nach Kalamaikion in ein Hotel, Zimmer mit Durchgangstür für 4 Personen, Perlengeld zum Bezahlen, mit dem Zug von dort aus nach Athen, Akropolis bestiegen, Sand in die Augen bekommen, zurück in den falschen Zug gestiegen, in der Pampa auf den nächsten gewartet und mit Sonnenbrand wieder das Hotel erreicht. Das Ganze war damals für eine Woche für 340 DM zu bekommen.

IMG-20150815-WA0008Und heute Abend spielten sie das Lied an der Main Bar, Ouzo auch All in, fünf Sterne Hotel im Rücken, Zimmer mit Marmorbad und Balkon mit atemberaubender Aussicht. Es ist auch schon mehr als dreißig Jahre her. Nach knapp 45 Minuten spielte die Box auch noch die Rückseite der Schallplatte. So schließt sich der Kreis. Am Samstag, hat die Unterhaltungscrew frei. Wir werden morgen noch einmal nach Korfu Stadt fahren und alles das bestaunen, was der Reiseführer uns rät und wir noch nicht gesehen haben.

Korfu Stadt Tip :
Trinken und ein wenig Essen:
Superlage, am Hafen unterhalb der alten Festung, direkt an der Esplanade mit Superaussicht, netter Bedienung, bequeme Bestuhlung, moderaten Preisen, sauberer Toilette und superschnellem Internet liegt die Snack und Coffee-Bar AKTAION. Einfach den Wirt nach dem Internetzugang fragen.

Weiter geht es mit unserem verdienten Urlaub, bei dem nicht in den Terminkalender geguckt wird, sondern maximal auf die Uhr, um unsere Busse nicht zu verpassen.

Weiter geht es mit dem Reise-Tagebuch von Korfu

Wir berichten weiter über unsere Reise nach Korfu und unserem Programm auf der griechischen Insel. Viel Spaß mit dem dritten Teil unseres Reise-Tagebuchs.

Unsere Reise nach Korfu

Da unser Hotel an der Westküste der Insel liegt und zwar in Ermones, ist eine Autofahrt nach Korfu-Stadt an die Ostküste unumgänglich. Der Linienbus hält in stündlichen Abständen, mit Ausnahme der Mittagsruhezeit zwischen 15.00 und 17.00 Uhr, direkt vor der Rezeption. Die einfache Fahrt nach Korfu-Stadt, die Fahrt dauert etwa 35 Minuten, kostet 2,40 € pro Person. Der Fahrschein kann beim Busfahrer gekauft werden. Fahrpläne erhält man an der Rezeption. Es geht vorbei an grünen, mit Laubwald bewachsenen Hügeln, Säulenzypressen bahnen sich ihren Weg in Richtung Sonne, an einigen Stellen entdeckt man dazwischen Olivenhaine und Weinreben. Was aber auch ins Auge sticht auf der Fahrt zur Inselhauptstadt sind die vielen leerstehenden Häuser und Ladenlokale, die auf einen neuen Besitzer warten. An der Höhe der Kräuter um sie herum, und wenn der Bambus schon eine Höhe von mehr als 3 Metern erreicht, kann man sich vorstellen, wie lange schon. Das griechische Wort für –zu vermieten- sieht man allerorts. Die Busfahrt endet in Korfu-Stadt am Busbahnhof, dem Drehkreuz der Insel. Von hier aus verlassen circa zwanzig Linien den Bahnhof zu jedem erdenklichen Ziel auf der Insel. Ankunft Busbahnhof 10.45 Uhr, 33 Grad im Schatten. Die Grüne Linie, mit der wir gekommen sind, besitzt dort einen eigenen Info Schalter. Bis zur Altstadt sind es von dort etwa 15 Minuten zu Fuß. Die Stadt macht einen quirligen Eindruck, es ist schon recht betriebsam um diese Zeit, die Bürgersteige sind recht schmal und es kommt hin und wieder zu Remplern. Es ist ratsam, unbedingt einen Stadtplan mitzunehmen, der an vielen Stellen allerdings auch nicht hilfreich ist, weil die Straßennamen oft fehlen. Kurios ist auch, dass sich die alte Wehranlage am neuen Hafen befindet und die neuere Wehranlage am alten Hafen.

Besuch der Wehranlage auf Korfu

Alte Festung blogAls weiterer Teile unserer Reise war der Besuch der bekannten Wehranlage. Hier ein Blick auf die alte Wehranlage, die zur Besichtigung einlädt, denn von oben hat man sicherlich einen grandiosen Ausblick auf die Stadt. Warum sicherlich? Bei 33 Grad im Schatten haben wir es vorgezogen, in einem kleinen Straßencafe, namens Akteon, halt zu machen, um einen Cappuccino zu trinken, zu dem ein Glas Wasser gereicht wird und der Karawane der Ausflugsbusse hinterherzusehen, die ihre Fracht am Eingang der Wehranlage auslädt. Dort hat man superschnellen Internetzugang mit dem Passwort: 10×1. Direkt vor der Wehranlage liegt die Esplanade, ein öffentlicher Platz, von dem man sagt, es sei der größte von ganz Griechenland. Kutschfahrer bieten dort ihre Dienste an, Souvenirverkäufer die üblichen Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Umsäumt wird der Platz von unzähligen Cafe´s und Restaurants, deren Personal lautstark zum Essen und Trinken einlädt. In den schmalen Gassen der Altstadt reiht sich ein Geschäft an das andere. Seife aus Kumquat, einer kleinen Apfelsine ähnlich, Kumquatlikör, Kumquat getrocknet, geliert und immer wieder Läden, die alle möglichen Gegenstände aus Olivenholz anbieten. Einmal fragt mich ein Schmuckverkäufer. –Deutsch? Gucken kommen-. Dass ich selbst im tiefsten Ägypten meine Herkunft kaum verleugnen kann, ist unumstritten. –Ja deutsch, aber kein Interesse.- Dabei fällt mein Blick auf das gegenüberliegende Geschäft, an dessen Vorderfront für wenig Geld, Geldbörsen, Gürtel, T-Shirts und Hemden der Firmen Boss, Daniel Hechter, Moschino, D&G und anderer  zum Kauf angeboten werden. Selbst von Paul&Shark gibt es Garderobe für kleines Geld. Wie seriös ist dann wohl der Schmuckverkäufer auf der anderen Seite der Gasse?

Wir kommen an einem Banknotenmuseum vorbei in der Iroon Square. Angesichts der Lage Griechenlands an sich, sage ich dazu nichts weiter

Die Zeit verfliegt, wir kaufen auch nichts, doch haben wir Sorge, aus der engen Gassenvielfalt wieder pünktlich am Busbahnhof anzukommen. Aber statt pünktlich zur Busabfahrt um 14.30 Uhr am Bahnhof zu sein, gelingt uns die Ankunft bereits um 13.30 Uhr, schneller als gedacht und vermutet. Die Wartebänke am Busbahnhof sind allerdings so angebracht, dass die Auspuffgase der rückwärtssetzenden Busse direkt auf die wartenden Fahrgäste geblasen werden. Der Umstand führte dazu, dass wir uns noch einmal dazu aufmachten, etwas zu trinken. Eine Flasche Belgisches Bier, serviert mit einem tiefgekühltem Glas für 2,50€, eigentlich viel zu preiswert, auch für ein kleines Bistro. Ab dem Busbahnhof in Richtung Ermones ist der Bus mit Fahrer und Schaffner bestückt. Bezahlt wird beim Schaffner, kein Schwarzfahren möglich. Wieder im Hotel angekommen, nehmen wir uns noch einmal den Reiseführer Korfu in die Hand. Haben wir in Korfu Stadt etwa versäumt, etwas zu besichtigen? Liston hätten wir noch sehen können, ein Wandelgang mit Cafe´s und bei Nacht schummeriger Beleuchtung durch in den Rundungen angebrachten Laternen und den Palast von Michael und George. Vielleicht kommen wir da noch einmal hin, wer weiß. Aber warum fährt man nach Korfu? Eigentlich doch nur wegen des kristallklaren Wassers und den herrlichen Ausblicken auf grüne Hügel, soweit das Auge reicht. Und vielleicht wegen Achillion, Sissis Schloß, zu dem wir am Montag fahren.

Reisebericht über Korfu (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1

Zum Abendessen wird jeder Gast, und für die Männer sind lange Hosen vorgeschrieben, zu einem Tisch der Wahl geführt, drinnen oder draußen, am Fenster, oder wo auch immer Platz ist. Für diesen Abend wählten wir einen Tisch oberhalb des Pools. Den Damen wird der Stuhl zurecht gerückt, für die Männer übrigens auch, die Gläser werden herumgedreht und in weniger als einer Minute steht eine Servicekraft am Tisch, um die Getränkebestellung unter Angabe der Zimmernummer entgegen zu nehmen. An diesem Abend, seit mehr als zwanzig Stunden auf den Beinen, bestellten wir eine Flasche Weißwein und stilles Mineralwasser. Beides wurde umgehend serviert. Jetzt begaben wir uns in den Buffet-Raum, der eine Größe von circa 400qm hatte. Unzählige Fleischgerichte erwarteten uns, Lamm, Huhn, Rind, Ente, u.s.w. und die gleiche Anzahl von Gemüsevarianten und alle Sättigungsbeilagen, die man sich vorstellen kann. Allein der Nachtischtrakt, den man wirklich so nennen kann, angeordnet in mehreren Etagen, bot über einhundert verschiedene Törtchen, alles sehr sündige Kalorienbomben. An diesem Abend entschied ich mich für Entenbrust mit Kumquatsoße, einigen Lammkoteletts, aus denen der Knochen schon entfernt wurde und ein wenig Reis, nachdem ich mir als Vorspeise einen bunten Salatteller zu recht arrangiert hatte.

Schokoladen-Nachtisch

Nachtisch mit viel Schokolade

Der Ausblick auf den Abendhimmel, die Sonne bahnte sich, matt feuerrot, ihren Weg hinter einen Berg, versüßte mir den Nachtisch gleich doppelt. Ein Porzellanschälchen der besonderen Art, nahm ich mir mit zum Tisch, eine Schokoladenvariation, bei der ich sogar die kleine Scheibe Limette mit Schale aß. Nach dem Abendessen und einem kleinen Bier auf der Terrasse bei Kerzenschein, riet mir der Körper zur Nachtruhe.

Das erste Frühstück

Der nächste Morgen. Ob das Bett bequem ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, denn vor lauter Müdigkeit hätte ich auch auf einem Strohballen gut geschlafen. Nach der obligatorischen Morgentoilette machten wir uns zum Frühstücksraum auf. Wir wählten einen Platz am Fenster in einem klimatisierten Raum. Sogleich brachte uns eine Servicekraft eine Thermoskanne Kaffee und zwei große Gläser frischgepressten Orangensaft. Das Frühstücksbuffet war genauso üppig wie das des Abendessens, nur ganz anders. Omeletts, Pfannekuchen, Rührei, Würstchen in mehreren Variationen, für Müsli-Liebhaber eine schier übergroße Auswahl nebst einer Anzahl gelierter Früchte.

Oder man bat einen der vielen anwesenden Köche, was man halt essen möchte. Auch doppelt gebratene Spiegeleier hatten sie im Angebot, ebenso Omeletts mit Füllung nach Wahl. Wer sich seinen Toast selbst bräunen wollte, hatte auch hier die Wahl.

Ausflüge, Mietwagen und erste Besichtigungen

Um 10.30 Uhr Empfang beim Reiseleiter. Das übliche, wer sowas schon einmal mitgemacht hat. Es werden Ausflüge vorgestellt, Landkarten verteilt, Stimmung gemacht und Mietwagen angeboten. Überall, wo man sich befindet, ist immer der schönste Platz der Erde. Wir entschieden uns für zwei Ausflüge. Zum einen wählten wir Sissis Lieblingsplätze, zum anderen einen Ausflug zur Mäuseinsel. Was wir sonst noch sehen möchten, erkunden wir mit einem Mietwagen am Wochenende. Um 13.00 Uhr begaben wir uns zum Mittagsessen. Kleiner Salat, Rind, Huhn, Schwein, nur nicht üppig, Obst als Nachtisch, Orangenherzen mit Honigmelone. Ich habe es kaum für möglich gehalten, aber die Kombination passt. Nach dem Essen, Erkundung der Anlage. Im Hallenbad schwimmt niemand, im Pool eine handvoll Gäste, auf den Liegen die Bücherwürmer und Sonnenanbeter, die es immer noch gibt. Am Nachmittag nach einem kalten Kaffee, kleiner Spaziergang aus der Anlage heraus hinunter zum Strand, zwei Cappuccino an der Strandbar mit herrlichem Ausblick auf das Meer. Für den Rückweg nahmen wir die  Seilbahn. Für 2,40 € einfache Fahrt werden wir am nächsten Morgen nach Korfu Stadt aufbrechen. Dazu nehmen wir den Linienbus, der direkt vor der Hotelanlage seinen Stopp hat. Das Abendessen war mal wieder genauso üppig wie am Vorabend und beim griechischen Abend, ein Ouzo für jeden Gast beim Betreten des Speisesaals, durfte der Sirtaki auch nicht fehlen. Wenn kennt ihn nicht Anthony Quinn in einer seiner besten Rollen als Alexis Sorbas*.

Kalinichta (gute Nacht) bis morgen aus Korfu Stadt

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Reisebericht über Korfu

IMG-20150811-WA0002Wie interessant, es gab eine App der Reisegesellschaft mit einem Count-Down-Programm zur Urlaubsvorfreude, eine Beschreibung des Hotels, der Reiseleitung vor Ort und sogar die Möglichkeit, online einzuchecken und sich die Bordkarten aufs Handy zu laden. Eventuelle Änderungen würden im Programm angezeigt oder wahlweise auch per E-Mail versendet. Soviel Aufwand für die wertvollsten Wochen des Jahres. Der Flieger sollte nach Angaben des App den Flughafen Düsseldorf um 06.00 Uhr in der Frühe verlassen und in den sonnigen Süden fliegen. Das hieß für uns Urlauber in spee: Aufstehen gegen 03.00 Uhr, jemanden finden, der uns zum Flughafen fährt, Abfahrt Essen-Düsseldorf Flughafen gegen 3.30 Uhr, App aktualisieren, Mobiltelefone aufgeladen mitnehmen, um die Bordkarte auch vorzeigen zu können.

Ankunft Düsseldorf Flughafen gegen 4.10 Uhr, denn das Boarding sollte laut App gegen 05.00 Uhr beginnen. In der Abflughalle angekommen und ein nervöser Blick auf die Anzeigetafel ergab ein anderes Bild. Abflug nach Korfu gegen 6.10 Uhr gestrichen, neuer Abflugtermin 13.30 Uhr. Ein Blick auf die App zeigte auch keine Aktualisierung an. Mehr als acht Stunden Wartezeit ab jetzt waren ja nicht gerade wenig. Zurück nach Essen war auch keine Option. Nicht nur der Abfalleimer war leer und ausgewaschen, die Alarmanlagen und Überwachungskameras liefen schon und wer möchte schon gerne in einem zweiten Anlauf in die Ferien fliegen. Nachdem die Koffer aufgegeben hatten und uns so vom schweren Gepäck getrennt hatten, gingen wir zum Schalter unseres Reiseanbieters, um uns über die Gründe der angezeigten Abflugzeit aufklären zu lassen.

Essen mit einem Verpflegungsgutschein am FLughafen

IMG-20150811-WA0000 IMG-20150811-WA0001-Blitzeischlag in einem Flieger während der Nacht in Köln- gab man uns zur Antwort und am Travelpoint könnten wir uns Verpflegungsgutscheine abholen. Es gab sie wirklich, für 15€ pro Person. Was macht man nur auf einem Flughafen, jetzt um 5.30 Uhr in der Frühe, halb noch auf Nachtruhe eingestellt? Kaffee trinken, Kaffee trinken, laufen, Schaufensterbummel und Kaffeetrinken. Ab 8.30 Uhr ruft man alle an, die um 9.45 Uhr angerufen werden wollten, um zu erfahren, ob man sicher gelandet sei. Vielleicht sitzt man auch, bei uns war es so, in irgendeiner Ecke und strapaziert sein Internetvolumen und surft ein bisschen im Netz mit dem Mobiltelefon, um dann nach einer gewissen Zeit festzustellen, dass der Akkupegel stetig sinkt und es dringend an der Zeit wäre, das Telefon wieder aufzuladen, denn man muss ja beim Einchecken immer noch seine Bordkarte zeigen. Da hilft auch nicht die Ausrede, dass die Akkulaufzeit des Mobiltelefons auf acht Stunden begrenzt ist. Wir haben auf jeden Fall für die 15 € pro Person ganz ordentlich gegessen. Salat mit Käse und Brot und einmal Hähnchencurry mit Brezel und Coca-Cola.

Erste Mittagessen verpasst

Klar, ist das ganze relativ zu sehen, angesichts der Tatsache, dass wir ein Fünf-Sterne Hotel auf Korfu gebucht hatten und dort gerade das Mittagessen verpasst haben. Nach den üblichen Zollformalitäten, die ständig dazu führen, dass ich fast meine Hose verliere, ich werde mir mal einen Plastikgürtel zulegen, hob der Flieger wahrhaftig gegen 13.44 Uhr von der Startbahn ab in Richtung Korfu. Bei der Landung, wie immer, das übliche Angst-weg-Klatschen, Verladung in einen Bus für 350m, brütende Hitze am Spätnachmittag. Eine eindeutige Beschriftung der Kofferbänder besitzt der kleine Flughafen nicht. So kam es, nebenan wurden gerade die letzten Koffer eines anderen Fluges vom Band gezogen, dass dort mein Koffer schon der nächste war und das zweite Band überhaupt nicht anlief. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel verlief reibungslos. Doch die Begrüßung des Personals -Hatten sie eine angenehme Anreise? –war irgendwie nicht angemessen, oder? Man hätte sie auch auf den Umstand der Verspätung hinweisen können.

Hotel Sensimar auf Korfu

Um 18.20 Uhr wurden unsere Koffer von einem sehr netten Herrn aufs Zimmer getragen, der uns auch die Handhabung des Tresors erklärte, die Minibar als –Free off Charge- betitelte. Inhalt 1l stilles Mineralwasser. Das Zimmer ist sehr geräumig, ca. 40qm, voll verfliest, ich hasse Teppiche in Hotelzimmern, der Balkon hat ein gläsernes Geländer, wir wohnen ca. 150m über dem Strand, der mit einer hoteleigenen Gondelbahn zu erreichen ist. Auch erspart man uns das Tragen eines Armbandes. Für All-in reicht die Angabe der Zimmernummer. Ach ja, das Hotel ist für Gäste ab 16 Jahren, heißt Sensimar und verfügt über mehr als zwanzig Zimmer mit eigenem Pool. So, jetzt zeige ich Ihnen die Aussicht aus dem Zimmer 158. Ob das Abendessen an den Ausblick herankommt, schreibe ich Ihnen morgen. Es ist jetzt kurz nach 19.00 Uhr. Wir sind schon seit 03.00 Uhr auf den Beinen.

Thessaloniki | Ya mas

Thessaloniki | Ya mas | Die Braut des Nordens

Thessaloniki ist nach Athen die zweitgrößte Stadt Griechenlands. In Griechenland wird die Stadt auch als die Braut des Nordens bezeichnet (nyfi tou vorra) , den Thessaloniki ist einfach schön wie eine Braut!

Eine romantische Stadt die man unbedingt besuchen sollte, sowohl im Sommer oder Herbst, als auch im Winter oder im Frühling.

Thessaloniki - White Tower

Thessaloniki – Ausblick vom Schiff

 

Thessaloniki | Ya mas | Der weisse Turm

Der weisse Turm (Lefkos Pyrgos) wurde vom Osmanischem Reich am 15. Jahrhundert gebaut und diente als Befestigungsanlage, sowie Gefägnis in der damaligen Zeit. Heute dient der weisse Turm als Museum und ist eines der berühmten Denkmale Griechenlands.

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Thessaloniki – Weisser Turm by Night

 

white tower by night 2

Thessaloniki – Weisser Turm by Night2

Thessaloniki | Ya mas | Die Kirche Heiliger Dimitrios

Die Kirche Heiliger Dimitrios (Agios Dimitrios) ist wie der Name auch sagt, den Heiligen Dimitrios aus Thessaloniki gewidmet, einen der frühchristlichen Heiligen und einer der wichtigsten Heiligen der griechisch-Orthodoxen Kirche. Ein Besuch in die Kirche ist definitiv Wert, denn nicht nur der Byzantinsche Bau verzaubert einen, sondern auch die Hagiografie die in der Kirche zu sehen ist.

Agios Dimitrios

Thessaloniki – Kirche Heiliger Dimitrios

Agios Dimitrios 2

Thessaloniki – Kirche Heiliger Dimitrios – Kerzenstand

Agios Dimitrios 3

Thessaloniki – Kirche Heiliger Dimitrios – Ikone der Heiligen Maria der Wegweiserin und Jesus Christus

Agios Dimitrios 4

Thessaloniki – Kirche Heiliger Dimitrios – Königshalle (basiliki stoa)

 

Thessaloniki | Ya mas | Die Festung(Kastra)

Einen wunderschönen Panoramablick über Thessaloniki bekommt man an der Festung von Thessaloniki, das quasi auch am höchsten Stadtpunkt liegt. Die Festung wurde vom römischen Kaiser Theodosius gebaut und diente natürlich zum Schutz gegen feindliche Angriffe. Die Türme an der Festung dienten als Gefängnisse für Häftlinge.

Kastra

Thessaloniki – Festung (Kastra)

Kastra 2

Thessaloniki – Festung (Kastra) – Turm

Kastra 3

Thessaloniki – Festung (Kastra) – Panoramablick

 

 

Thessaloniki | Ya mas | Aristoteles Platz (Plateia Aristotelous)

Der Aristoteles Platz ist nicht nur einer der wichtigsten Plätze in Thessaloniki, sondern auch einer der schönsten. Schon von der Festung (Kastra) kann man den Aristotelous Platz erkennen der kurz vor dem Meer endet. Auf dem Platz befindet sich eine Statue des griechischen Philosophen Aristoteles, nach dem der Platz benannt ist.

Der Platz ist vollgefüllt mit diversen Geschäften und Cafeterias die ständig gut besucht sind. Da lohnt es sich einen Frappe zu bestellen und zu entspannen.

Aristotelis

Thessaloniki – Aristoteles Platz (Plateia Aristotelous) – Ich und mein Kumpel Aristoteles

Thessaloniki | Ya mas | Fazit

Ein Besuch in die romantischste Stadt Griechenlands lohnt es sich alle Male. Egal in welcher Jahreszeit, Thessaloniki ist einfach eine Stadt zu verlieben.